Aktuelle Diskussion

 Thema: Lessinggymnasium, Landratsamt

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Das in der letzten Ausschusssitzung im Kreistag behandelte Thema „Sanierung Lessinggymnasium“, für das die Freien Wähler den Antrag gestellt haben, die Kombination „Sanierung Lessinggymnasium und Sanierung Landratsamt“ als Gesamtes zu sehen, wurde von anderen politischen Gruppen vermutlich aus Unkenntnis belächelt.

Meine Intention, dieses zu verknüpfen besteht darin: Wir hatten einen Entwurf „Sanierung Lessinggymnasium“, der dann vom Kreistag verworfen wurde, da dieser zu einer Kostenexplosion (geschätzte Kosten von über 40 Millionen) führen würde.

Ich bin der Meinung, dass auch geprüft werden sollte, ob es sinnvoll wäre, das sanierungsbedürftige Landratsamt (Baujahr 1983) in Hinsicht der entstehenden Kosten vielleicht an einem anderen Standort neu zu errichten und mit dem notwendigen gesamtem Raumkonzept sowie den nötigen Parkplätzen auszustatten. Es ist nicht möglich, einen Parkplatz während der Tageszeit am Landratsamt zu erhalten, weil zu wenige Parkplätze vorhanden sind.

Ebenso ist eine Sanierung des Landratsamtes hinsichtlich des zeitlichen Ablaufes sehr aufwändig. Hierbei ist zu berücksichtigen, was manche Kollegen vielleicht nicht bedacht haben: Es geht hier nicht darum, die Fassade einfach ein bisschen besser zu dämmen oder Fenster auszutauschen. Die Sanierung eines öffentlichen Gebäudes nach 30 Jahren bedeutet, das Gebäude auch hinsichtlich des Brandschutzgesetzes und der Arbeitsstättenrichtlinie umzubauen sowie den höheren Platzbedarf zu berücksichtigen (bestimmte Fachgebiete sind bereits ausgelagert und könnten wieder mit eingebaut werden).

Auch die Sanierungsdauer eines Gebäudes während des Arbeitsbetriebes würde hier mit Sicherheit drei und mehr Jahre Dauerbaustelle bedeuten. Darum waren unsere Überlegungen einen Zweckbau für das Landratsamt in ansprechender Form an einem neuen Standort neu zu errichten und diese anfallenden Punkte wie die Parkplatzsituation und Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel neu umzusetzen. Die Planung des Neubaus könnte z.B. im Bereich des Gebietes „Muthenhölzle“ nicht allzu schwer fallen. Hier könnte ein Parkhaus/-deck, ähnlich der Situation am Krankenhaus Weißenhorn, errichtet werden. Für die Bewohner des Landkreises Neu-Ulm, die auch außerhalb Neu-Ulms wohnen, sollte die öffentliche Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation stimmen, egal wo sie hinfahren.

Auch bedeutet die Bemerkung unseres Kreistagsmitgliedes Armin Osswald (CSU) „er sei Schwabe und kann sich nicht vorstellen, wie er den Bürgern das erklären soll“ für mich, dass er mehr Angst vor den Wählern hat als für eine couragierte, sinnvolle und zukunftsorientierte Lösung einzustehen. „Etwas Billiges muss man sich leisten können.“

Wenn eine Sanierung als Beispiel 30 Millionen und ein Neubau 40 Millionen Euro kostet, dann wäre der Neubau sicher die langfristigere und bessere Lösung. Dann wäre nach dem Neubau des Landratsamtes an anderer Stelle der Weg frei, das Lessinggymnasium an die Stelle des jetzigen Landratsamtes nach dessen Abbruch zu bauen. Man hätte die Möglichkeit auf diesem 1,3 Hektar großen Gebiet ein Gymnasium nach neuesten und besten Gesichtspunkten pädagogisch wie bautechnisch zu errichten. Diese Kosten wären mit Sicherheit gleich hoch, wenn nicht sogar günstiger als der Anbau und die Sanierung des jetzigen Lessinggymnasiums. Wir hätten am neuen Standort auch den Vorteil, dass die vorhandenen Sportanlagen sowie die Schwimmhalle mit benutzt werden könnten.

Was mir bei der Sitzung nicht klar war, war der Antrag, dass die Schule weitere Kooperationen mit anderen Schulen und Gruppen eingehen möchte. Darum stimmte ich diesem Antrag auch zu. Heute stellt sich mir die Frage, ob mit diesen Kooperationen am jetzigen Standort wieder versucht wird, eine Großschule mit komplexem Raum- und Flächenbedarf zu entwickeln.

Wenn sich die Schule natürlich zu einer großen Lerneinheit weiter entwickeln will, wird jeder der beiden Standorte – jetziges Lessinggymnasium und Landratsamt – zu klein sein. Des Weiteren würde es bedeuten, dass die Fertigstellung des Umbaus des jetzigen Lessinggymnasium mit Sanierung erst in 4,5 bis 5 Jahren möglich wäre. Daneben besteht das Risiko, dass es dann relativ schnell wieder zu klein werden könnte und diese Umbau-, Sanierungs- und Anbauzeiten bedeuten zusätzlich ein Stören des Schulbetriebs auf mindestens 2,5 bis 3 Jahre (Containerwohnungen, Baulärm während der Schulzeit, Klassenzimmer in Containern). Gehen wir von der Annahme aus, das Lessinggymnasium wäre an einem neuen Standort, dann wäre es möglich, den jetzigen Standort für Wohnbedarf zu vermarkten und damit käme wieder Geld in die Kasse. Deshalb sollte die Untersuchung dieser Varianten ehrlich und offen verfolgt werden.

November 2014